Die Lüneburger GfA hat brasilianische Experten in Sachen Abfall beraten

Bardowick. Hubert Ringe ist zufrieden. “Das Projekt ist gut gelaufen”, zieht der GfA-Vorstand Bilanz. “Ich glaube, ass wir mit unserer Arbeit einiges erreichen konnten.” Der GfA-Chef spricht vom, Nakopa-Programm. Die Abkürzung steht für, Nachhaltige kommunale Partnerschaftsprojektej Eine solche Partnerschaft besteht bis Ende
Juli artischen dem kommunalen Enfsorger GfA in Bardowickund der brasilianischen,400 000 Einwohner zählenden, Metropole Jundiai – finanziert mit 50000 Euro durch das Bundesministerium ftir wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwickl wg (LZ berichtete). Das Ganze war ein Beratungsprojekt”, berichtet
Ringe – ,es ging unter anderem darum,wie man die Bevölkerung in Brasilien in Sachen Müllvermeidung und -trennung künftig besser sensibilisieren und aufklä-t’en kann.”
Die Mi.illproblematik ist ein Thema, das auch im Land amZuckerhut immer mehr an Bedeutung gewinnt. Deutlich wurde das unter anderem am großen Interesse, das die brasilianischen Fachleute dem 1. Regionalseminar in Jundiai entgegenbrachten. “Mehr als 200 Teilnehmer aus dem Süden Brasiliens haben daran teilgenommen’, berichtet Ringe, der ebenfalls als Referent vor Ort war. Für den GfA-Vorstand macht dieses Engagement Sinn: “Ein vernünftiges Abfall-” vermeidungs und -verwertungssystem hat positive Auswirkungen aufdas ganze Land, aufUmwelt, Ressourcen und Klimal Ringe kennt die brasilianische Metropole Jundiai, TO Kilometer nördlich von Sao Paulo, gut: Vor etwa zwei Jahren stellte die GfA dort eine Pilotanlage zur Behandlung der Abfille, die sogenarinte MBA (Mechanisch: Biologische Abfallbehandlung) auf. Die gleiche Technikalso, die auch in Bardowick zum Einsatz
kommt, um den Siedlungsabfall von rund 170000 Btirgern aus Stadt und Kreis zu behandeln (LZ berichtete.)

Beim letzten Besuch in Jundiai ging es allerdings weniger um die Pilotanlage selbst, als vielmehrum ein Konzept zur Erfassung und Evaluierung von Bildungsmöglichkeiten im Abfallbereich, um die Schulung von Fachpersonal aus der Stadtverwaltung, aber auch von Dozenten, Lehrern und Schülern, und um Schulungen und Seminare flir weitere Interssenten. ,Ie früher die Umwelterziehung stattfindet, desto effektivel und nachhaltiger ist sie”, weiß Ringe. ,Da seien brasilianische Kinder und Jugendliche nicht anders als ihre deutsihenAltersgenossen.”
Deshalb sollen genauso wie in Deutschland auch in Jundiai schon die Jüngsten für die Themen MüLllvermeidung
und Ressourcenschutz sensibilisiert werden. Umweltbildung findet deshalb jetzt auch in Brasilien in der Schule statt – und zwar von der ersten bis zur 13. Klasse. Während das Bauschutt-Recycling und auch das Sammeln von Altpapier (per Hand) nach Ringes Beobachtungen bereits recht gut klappe, gebe es bei anderen Mi.i{lfraktionen noCh deutliches Verbesserungspotenzial.
Das Problem: Vieles lande unsortiert aufden Deponien. Und das sei nicht nur eine RessourcenVerschwendung,
sondern schade auch der Umwelt. Abfall ist eben mehr als Müll, den man achtlos wegwerfen kann. In Brasilien ist
man dabei, das zu lernen – auch mit tatkräftiger Hilfe aus Bardowick kre

“Je frifüer die Umwelterziehung stafffindet, desto effektiver ist sie.”
Hubert Ringe – GfA-Vorstand

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